Ernährung

Wahrscheinlich liest jetzt wirklich gar niemand mehr mit. Wenn mein Training schon nicht das Hahnersche Niveau hat, mein Schreibstil nicht an Bodo Kirchhoff heranreicht und ich nicht ganz so gut wie Florian Molzahn aussehe (okay, tue ich doch, aber ein wenig Understatement muss ja sein), dann toppt das Thema Ernährung die sonstige Langeweile glatt noch einmal. Ist mir aber egal, wer jetzt hier ist, muss da durch.

In meinen Trainingsberichten der letzten Monate habe ich ja immer wieder über die Schmerzen in Achillessehnen und Waden berichtet. Mittlerweile habe ich kiloweise Diclofenac Schmerzgel und auch wenn es gar zu heftig wurde Schmerztabletten verbraucht. Tabletten eher wenig und wenn, dann nur wenn kein Training anstand. Sonst habe ich wirklich Bammel, mich ernsthaft zu verletzen.

Nachdem nun nicht nur kaum Besserung sondern in der letzten Woche vor dem Urlaub eine erhebliche Verschlechterung eintrat, hat meine Frau mir einen Termin beim Physio gemacht. Ich wollte hier den Verdacht klären lassen, ob das durch verhärtete Muskeln kommt oder ich mir doch ernsthaft Gedanken machen musste.

In der 30-minütigen Sitzung konnte kein muskuläres Problem festgestellt werden, aber wir kamen ins Gespräch hinsichtlich Ernährung. Dass meine Ernährung nicht die beste ist, war mir schon bekannt. Die typische Woche beinhaltet 1-2 Pizza am Abend, 3 mal Kantine am Mittag (kein Salat, wenig Gemüse), viel Kaffee, noch mehr Bier, Schokolade, Puddingplunder, Streuselstückchen….

Noch Fragen?

Die Therapeutin empfahl mir, mich mit basischer Ernährung zu befassen und mir ein Buch über Basenfasten zuzulegen, was ich auch tat. Großteils war das auch wirklich interessant, als das Thema Glaubersalz und Irrigator kam, musste ich allerdings passen.

Trotzdem wollte ich an der Ernährungsschraube drehen und basenlastiger zu essen schien mir auch keine so schlechte Idee. Dann fiel mir ein Fatboysrun Podcast mit Sandra Rebenstorf (http://fatboysrun.de/fatboysrun-episode-17-sandra-rebenstorf/) ein, in dem sie darüber sprach, dass sie Entzündungen im Körper mit veganer Ernährung zu Leibe gerückt war.

Klar, vegan ist nichts für mich. Ich kann mir grillen nicht ohne Fleisch vorstellen. Den Samstagmittag nicht ohne Currywurst. Das Frühstück nicht ohne Käse, Nutella, Marmelade…

Allerdings konnte ich mich mittlerweile auch nicht mehr daran erinnern, wann ich zuletzt am Morgen aufgestanden war und schmerzfrei gehen konnte. Geschweige denn Schritte zu machen, die größer als 30 Zentimeter waren.

Also versuchte ich die halbvegane Lösung. Klingt wie „halb schwanger, ich weiß, aber mir fällt nichts passenderes ein.

Vegane Brotaufstriche, Leberwurst, Schokocreme, Salatsoße etc. eingekauft und mal losgelegt. Außerdem Alkoholkonsum auf null. Zufälligerweise gab es beim Bäcker auch noch sporadisch vegane Brötchen. Das war der vegane Teil, der war relativ einfach auf der Beschaffungsseite. Jetzt wollte ich aber auch Zucker vermeiden. Das müsst Ihr mal probieren. Selten so viele Nährwerttabellen gelesen wie in den letzten beiden Wochen und selten so überrascht gewesen. Ich dachte, wenn ich den Zucker aus dem Kaffee lasse (den ich schon gar nicht trinken sollte), ist das meiste weg. Aber das war mal nix. Dauernd habe ich ultragesunde Bioware in der Hand, die zu 50% aus Zucker besteht. Irgendwo hakt es immer. Entweder ist massig Zucker drin oder Milch oder Alkohol oder oder oder.

Egal, ich hab es probiert. Am 2. Tag kam ein Ausraster mit einer halben Tafel Ritter Sport. Hab ich aber überlebt. Mittlerweile gibt es im Notfall Bananenchips. Da ist Honig drauf, daher wohl nicht vegan, aber den Kompromiss gehe ich noch ein.

Mittlerweile habe ich fast 2 Wochen so geschafft, ohne das Gefühl, mich wahnsinnig einschränken zu müssen. Einziger Nachteil ist der, dass alle veganen Lebensmittel (Soßen, Wurstersatz, Käseersatz etc.) unglaublich teuer sind.

Vorteil ist der, dass ich in der ersten Woche 3 kg Gewicht verloren habe und nach anderthalb Wochen die Schmerzen in den Beinen fast komplett weg sind. Keine Ahnung, woran es liegt. Basisch, vegan oder kein Alkohol. Es ist mir aber auch egal. Ich kann wieder schmerzfrei gehen, laufen, schlafen.

Soweit möglich werde ich das so durchhalten und hoffe, dass sich mit dem Gewichtsverlust und der Möglichkeit, schmerzfrei zu trainieren auch endlich ein paar sportliche Fortschritte einstellen.

 

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4 Kommentare zu „Ernährung

  1. Toller Artikel!
    Super, wenn du mit deiner Ernährungsumstellung Erfolg hast. Ich kann dir sehr das Buch von Dr. Feil „Arthrosen und Gelenkschmerzen überwinden“ da wird eine Menge über Entzündungstrigger erklärt und alltagstaugliche Konzepte vorgestellt.
    Und du hast Recht. Vegan heißt leider noch lange nicht gesund. Es gibt unglaublichen Schrott.

    Ganz herzliche Grüße
    Sandra

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  2. Hallo Marcus,

    richtig schöner Bericht und großartig, dass du mit deiner Ernährungsumstellung so Erfolg hast. Ich gebe dir Recht, vegan heisst noch lange nicht gesund. Es gibt unglaublichen Schrott auf dem Markt. Augen auf, dass passt es.
    Ich kann das Buch von Dr. Feil „Athrosen und Gelenkschmerzen überwinden“ empfehlen. Dort wird das Konzept sehr alltagsorientiert vorgestellt und erklärt. Jeder kann für sich etwas raus nehmen.

    sportliche Grüße
    Sandra

    Gefällt 1 Person

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